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Religionsgemeinschaften und Gemeinden im Ruhrgebiet

Die religiöse Landschaft in Deutschland ist bunter geworden. Waren die beiden Großkirchen noch bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein die dominierenden Größen, so haben sich die Zahlen- und Kräfteverhältnisse verschoben. Nur noch etwa ein Drittel der Bevölkerung gehört derzeit der katholischen bzw. evangelischen Kirche an, während etwa fünf Prozent aller Anwohner muslimischen Glaubens sind, mehr als 3 Prozent kleineren christlichen Vereinigungen angehören und mittlerweile auch ostasiatische Strömungen neben Neureligiösen Bewegungen das Spektrum bereichern. Blickt man allein auf die Anzahl partizipierender Mitglieder, so hat sich das Kräfteverhältnis noch mehr weg von einem Oligopol hin zu einem Polipol unterschiedlicher religiöser Gemeinschaften und Gemeinden verschoben. 

Bis heute ist nur wenig über die außerkirchlichen Religionsgemeinschaften bekannt. Insgesamt zielten die empirischen Untersuchungen zur Gegenwartsreligiosität eher auf die religiöse Makro-Ebene (z.B. Prozesse der Säkularisierung, Pluralisierung oder Individualisierung) oder aber auf die Mirko-Ebene (individuelle Einstellungen zu Religiosität). Über die meisten in Deutschland ansässigen Religionsgemeinschaften liegen nur rudimentäre sozialwissenschaftlich fundierte Kenntnisse vor, während das öffentliche Bild durch die 'Weltanschauungsbeauftragten' der Großkirchen – und das heißt oftmals mit negativen Konturen – vorgezeichnet wurde. Wenn es wissenschaftliche Kenntnisse gibt, so betreffen sie zumeist die Religionsgemeinschaft als Ganzes. Über deren lokale Strukturen ist hingegen so gut wie gar nichts bekannt.

Um Licht in dieses Dunkel zu bekommen, hat sich das Centrum für Religionswissenschaftliche Studien zur Aufgabe gesetzt, diese Gemeinschaften und Gemeinden jenseits der Großkirchen im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Lehrforschungsprojekten zu untersuchen. Aufgabe der Studierenden ist es:

  • den bisher vorliegenden wissenschaftlichen Forschungsstand über die jeweiligen Religionsgemeinschaften zu erheben und zu systematisieren;
  • Gemeinden und Zentren der betreffenden Religionsgemeinschaft in Nordrhein-Westfahlen ausfindig zu machen; 
  • eine qualitative Untersuchung mittels Interviews und teilnehmender Beobachtung innerhalb einer Gemeinde der betreffenden Religionsgemeinschaft durchzuführen.

 

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