RUB » CERES » Studium » Personen » Interviewreihe "CERES stellt sich vor"

Frederik Elwert

Seit 2008 forscht und lehrt Frederik Elwert am Ceres. Aus der "Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten" dürfte ihn wohl beinahe jeder Studierende kennen, aber man begegnet ihm auch in anderen Kursen, etwa rund um die Themen Religionssoziologie, -ökonomie oder in Seminaren zu Migration und Integration.

elwert.jpg

Stellen Sie sich doch kurz selbst einmal vor.

Ich bin Frederik Elwert und arbeite als wissenschaftlicher Mitarbeiter am CERES. Ich sitze zur Zeit an meiner Dissertation und bin außerdem mit der Hälfte meiner Stelle Projektkoordinator des BMBF-geförderten Projekts SeNeReKo.

Was sind Ihre Forschungsthemen?

Meine Forschung ist im Bereich „Migration und Religion“ angesiedelt. In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit evangelikalen russlanddeutschen Aussiedlern, habe mich daneben aber auch mit Muslimen in Deutschland und mit den öffentlichen Debatten um die Religion von Migranten beschäftigt. 
Außerdem arbeite ich mich gerade tiefer in das Themenfeld der sogenannten „digital humanities“ ein, also der Anwendung von Techniken aus der Informatik auf geisteswissenschaftliche Fragestellungen.

Und was lehren Sie besonders gern?

Ich habe Spaß daran, die „Theorien und Ansätze der Religionswissenschaft“ zu lehren – auch wenn ich mir manchmal nicht sicher bin, ob das den Studentinnen und Studenten genauso viel Vergnügen bereitet. Ich mag an dem Thema, dass man noch einmal einen ganz neuen Blick auf unsere Forschungsgegenstände gewinnen kann. Manche Ansätze sind oft erst einmal irritierend, aber nach und nach ergeben spannende Perspektiven – zumindest hoffe ich das.
Mir machen aber auch Lehrforschungsprojekte Spaß. Einmal von der Theorie weg zu kommen und etwas ganz praktisch auszuprobieren ist immer ein spannender Prozess. Vor allem, weil man am Anfang nie weiß, was am Ende rauskommt. Solche Projekte manchen zwar meistens mehr Arbeit, als man zu Beginn erwartet, aber dafür ist es auch sehr befriedigend, ein konkretes Ergebnis seiner Mühen zu sehen.

Was haben Sie eigentlich studiert?

Ich habe Religionswissenschaft und Soziologie studiert. Nach dem Abitur habe ich zuerst mit Physik geliebäugelt, mich dann aber letztlich doch für die Geisteswissenschaften entschieden. Auch wenn die Jobaussichten in der Physik sicherlich besser wären, bin ich im Nachhinein doch ganz zufrieden mit meiner Entscheidung.

Was schätzen Sie an der Bochumer Religionswissenschaft?

Ich finde es toll, dass es hier so einen intensiven Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen aus ganz verschiedenen Fachrichtungen gibt. Ich glaube, dass hier in der Bochumer Religionsforschung nicht nur ganz viel parallel läuft, sondern dass die viel beschworene interdisziplinäre Zusammenarbeit wirklich stattfindet. Die besten Ideen entstehen dann auch meist aus gemeinsamen Diskussionen.

Würden Sie auch gerne noch etwas verändern?

Die Vielfalt des Angebots in der Lehre, an dem auch mehrere Fakultäten beteiligt sind, macht es für Studierende manchmal schwer, wirklich ein Gefühl zu bekommen, was die Religionswissenschaft jetzt eigentlich ist. Ich würde mir wünschen, dass wir es noch besser schaffen, die Studierenden für unser Fach und den Bochumer Standort zu begeistern.

Was liegt bei Ihnen gerade ganz oben auf dem Schreibtisch?

Drei verschiedene Zettel mit ToDos, die ich noch abarbeiten muss.

Und woran denken Sie zuerst, wenn Sie nach Hause kommen?

An das Fernsehprogramm. Wenn ein schöner Film kommt, plane ich den Abend entsprechend; wenn nicht, kann ich mir mit Haushalt und Kochen mehr Zeit lassen.

Gibt es noch ein anderes Hobby neben der Wissenschaft?

Vieles, was ich früher gerne gemacht habe, ist leider auf der Strecke geblieben, wie zum Beispiel die japanische Schwertkunst. Jetzt verlagern sich die Hobbys eher auf den Urlaub, wie zum Beispiel das Segeln. Nach der Arbeit und am Wochenende schreibe ich ab und zu gerne an meinen eigenen Computerprogrammen. Das ist für mich wie Sudokus lösen.

Was möchten Sie unseren Studierenden mit auf den Weg geben?

Religionswissenschaft muss man aus Begeisterung studieren. Anders als vielleicht BWL oder Maschinenbau ist es nicht gerade der klassischer Türöffner für eine steile Karriere. Aber wenn man sich darauf einlässt, glaube ich, dass es einem eine Menge geben kann. Ich glaube, dass man an kaum einem anderen Gegenstand so viel über zentrale gesellschaftliche Mechanismen und Entwicklungen lernen kann wie an der Religion.

Welche Frage können Sie (noch) nicht beantworten?

Was Religion eigentlich ist. Und auf welche Frage 42 die Antwort ist.