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Simone Gerhards

Mitte 2014 stieß Simone Gerhards nach Bochum. Am hiesigen Forschungsprojekt SeNeReKo befasst sie sich mit altägyptischen Texten, ihrer Digitalisierung und computergestützten Analyse. Mit dem Alten Ägypten hat sie sich schon während ihres Studiums in Mainz befasst, wo sie auf dem Gebiet derzeit auch pomoviert.

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Stellen Sie sich doch kurz selbst einmal vor.

Ich heiße Simone Gerhards, bin 29 Jahre alt und komme aus Mainz. Ich arbeite seit Mitte Mai als wissenschaftliche Mitarbeiterin am CERES für das Projekt SeNeReKo.

Was sind Ihre Forschungsthemen?

Hier bei SeNeReKo forsche ich auf dem Gebiet des Religionskontakts und der religiösen Austauschprozesse im Teilprojekt: „Dauer und Wandel ägyptischer Religion im Kontakt mit dem Fremden“. Besonders spannend finde ich hierbei die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Geisteswissenschaften auf der einen und der Informatik und den Digital Humanities auf der anderen Seite.

Daneben promoviere ich an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz über das Thema: „Phänomene und Konzepte von Müdigkeit, Schlaf und Erwachen im alten Ägypten“. Ausgehend von schriftlichen Quellen möchte ich – unter Einbeziehung bildlicher und archäologischer Zeugnisse – Konzepte und Bewertungen dieser Phänomene rekonstruieren. Dazu wird sowohl eine philologische Untersuchung der ägyptischen Wörter für „schlafen“, „müde sein“, „wach sein“ etc. gehören als auch die Berücksichtigung medizinischer und kultursoziologischer Aspekte, die das Schlafen betreffen (z. B. der Tempelschlaf).

Und was lehren Sie besonders gern?

Leider habe ich noch nicht so viel Erfahrung im Lehren. Bisher habe ich während meines Studiums zwei Tutorien geleitet, die mir beide sehr viel Freude gemacht haben. Wenn ich etwas lehren würde, hätte ich sicherlich Spaß an allen ägyptologischen Themen – egal ob es Veranstaltungen über die Sprache, Geschichte oder über die ägyptischen Götter und ihre Kulte wären.

Was haben Sie eigentlich studiert?

Ich habe an Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Ägyptologie, Islamische Philologie und Kriminologie/Strafrechtspflege studiert und Mitte 2012 mit dem Magister abgeschlossen. Die Fächerkombination habe ich mir damals rein nach Interesse zusammengestellt, was auch gut so war. Dadurch habe ich jedes Seminar und jede Vorlesung mit Freude und Spaß besucht und glücklicherweise mein Hobby zum Beruf machen können.

Wie sind Sie dann später in der Religionswissenschaft gelandet?

Das war eigentlich ein Zufall. Bei SeNeReKo wurde eine Stelle für einen Ägyptologieabsolventen ausgeschrieben, der gleichzeitig Interesse und Kenntnisse in Computerlinguistik hat. Dann ging es den klassischen Weg – ich habe mich beworben, wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und hier bin ich.

Was schätzen Sie an der Bochumer Religionswissenschaft?

Die zahlreichen Möglichkeiten, sich mit Wissenschaftlern aus den verschiedensten Disziplinen auszutauschen. Meine lieben neuen Kollegen.

Würden Sie auch gerne noch etwas am CERES verändern?

Um über Veränderungen zu sprechen, ist es für mich noch zu früh, da ich ja erst seit kurzer Zeit am CERES bin. Aber mir gefällt es hier sehr gut.

Was liegt bei Ihnen gerade ganz oben auf dem Schreibtisch?

Hier liegen momentan alle acht Bände des Lexikons der ägyptischen Götter und Götterbezeichnungen kreuz und quer verteilt.

Und woran denken Sie zuerst, wenn Sie nach Hause kommen?

Zuerst frage ich mich, wo die Schokolade ist. Nachdem das geklärt ist, versuche ich in meiner Freizeit abzuschalten und den Rest des Tages einfach zu genießen. Oft ist das abends gar nicht so einfach, wenn das schlechte Gewissen an mir nagt, weil ich glaube, zu wenig für meine Dissertation getan zu haben.

Was möchten Sie unseren Studierenden mit auf den Weg geben?

Immer neugierig bleiben und Dinge auch mal kritisch hinterfragen.

Welche Frage können Sie (noch) nicht beantworten?

Oh, da gibt es so viele Fragen...