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Volkhard Krech

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Stellen Sie sich doch kurz selbst einmal vor.

Eine Selbsteinschätzung überlasse ich in der Regel lieber anderen, aber hier ein Versuch: Ich betreibe leidenschaftlich Religionsforschung, bin aber zugleich froh darum, dass die Welt nicht in Wissenschaft aufgeht. Differenzerfahrungen sind für mich der Motor für Lernen, aber nicht mit Beliebigkeit zu verwechseln.

Was sind Ihre Forschungsthemen?

Bedingungen, Modi sowie Folgen religiöser Vielfalt und Globalisierungsprozesse, das Verhältnis von Religion und Gewalt sowie Religion und Kunst, übergeordnet: Fragen einer Theorie der Religionsgeschichte unter dem Gesichtspunkt von Religionskontakten und -transfers, immer wieder auch Geschichte der Religionsforschung.

Und was lehren Sie besonders gern?

Derzeit bin ich aufgrund von Aufgaben in der Forschungsorganisation (Leitung des Käte Hamburger Kollegs) von der Lehre frei gestellt. Da ich jedoch Forschung und Lehre miteinander verbinden möchte, biete ich gelegentlich und am liebsten Themen zum wissenssoziologischen Zusammenhang von religiösen Ideen und sozialen Strukturen an.

Was haben Sie eigentlich studiert?

Offengestanden habe ich nicht besonders zielorientiert studiert, sondern das belegt, was mich besonders interessiert hat: Veranstaltungen in der Philosophie, Evangelischen Theologie, Religionswissenschaft, Soziologie und Geschichte. Immer aber stand die Religionsthematik im Vordergrund. Promoviert und habilitiert worden bin ich in der Religionssoziologie, die ich als Teil der Religionswissenschaft betreibe.

Was schätzen Sie an der Bochumer Religionswissenschaft?

Die Vielfalt und Kombinationsmöglichkeit verschiedener Themen und Zugänge, insbesondere die programmatische Integration von materialer Religionsgeschichte und methodisch geleiteter Ansätze wie etwa der Religionssoziologie.

Würden Sie auch gerne noch etwas verändern?

Die bessere Realisierung der programmatischen Integration von materialer Religionsgeschichte und methodisch geleiteter Ansätze zu erreichen sowie experimentelle Formen des Lehrens und Lernens zu entwickeln.

Was liegt bei Ihnen gerade ganz oben auf dem Schreibtisch?

Formulare, Anträge, Gutachten und Ähnliches. Das Wichtigere liegt auf dem Nachttisch, für die Adventszeit derzeit das Buch "Weihnachtsmann. Die wahre Geschichte" des Religionsethnologen Thomas Hauschild.

Und woran denken Sie zuerst, wenn Sie nach Hause kommen?

Daran, den beiden Katzen Futter zu geben.

Gibt es noch ein anderes Hobby neben der Wissenschaft?

Wissenschaft als Hobby? Schön formuliert! In der Tat empfinde ich es als ein großes Privileg, mein Hobby zum Beruf gemacht haben zu können. Wenn es die Zeit erlaubt, mache ich nebenbei gerne Musik.

Was möchten Sie unseren Studierenden mit auf den Weg geben?

Beschäftigt Euch mit denjenigen Themen, auf die Ihr am neugierigsten seid. Wenn Ihr nicht neugierig seid, habt Ihr vermutlich die falschen Themen oder Zugänge gewählt. Wenn Ihr nicht mehr neugierig seid, stellt das Erreichte infrage und fragt anders.

Welche Frage können Sie (noch) nicht beantworten?

Wissenschaftlich: Je länger ich mich mit Fragen der Religion beschäftige, desto weniger weiß ich, was sie ausmacht. Existentiell: Was der Sinn des Lebens ist, aber diese Frage hat ja bereits die Monty Python-Truppe ultimativ beantwortet.