Was lernt man hier?

Am Centrum für religionswissenschaftliche Studien, dem CERES, wird das Thema Religion sehr umfassend behandelt. Innerhalb des Studiengangs wird zwischen den Bereichen Systematik, Religionsgeschichte und Profilbildung unterschieden. Bei all dem steht im Vordergrund, den Studierenden eine möglichst umfangreiche Ausbildung zu ermöglichen, die nur erreicht werden kann, wenn verschiedene Aspekte (Theorien, Methoden, Geschichte, Praktika, Forschungen) mit einbezogen werden.

Systematik

In den Bereich Systematik fallen Kurse und Seminare zu Theorien und Methoden. Das mag im ersten Moment trocken und langweilig klingen, beinhaltet aber sehr viel mehr als das Lesen und Verstehen theoretischer Texte. Am CERES werden für diesen Bereich viele verschiedene Veranstaltungen angeboten.
Theorien sind ein wichtiger Bestandteil und helfen uns, den allgemeinen Gegenstand Religion auf verschiedene Arten und Weisen zu betrachten, einzuordnen und zu überdenken. Dabei werden Theorien und Texte von verschiedenen Soziolog:innen, Anthropolog:innen und Religionswissenschaftler:innen gelesen, z.B. Émile Durkheim, Max Weber, Pierre Bourdieu, Niklas Luhmann, Jean Baudrillard oder Margaret Mead, Eileen Barker, Judith Butler, Monika Wohlrab-Sahr und Birgit Mayer.

Ein allgemeiner Methodenkurs im Bachelorstudium ist für alle Pflicht. Wer am CERES im Master einsteigen möchte und einen ähnlichen Kurs bislang nicht abgeschlossen hat, muss diesen ggf. nachholen. Darüber hinaus gibt es jedoch auch Kurse z.B. zu Bildanalysen oder im Bereich Digital Humanities (Informatik trifft auf Geisteswissenschaft). Methoden helfen dabei, Daten zu erheben und zu analysieren, Texte besser zu verstehen und auch die Informationen „zwischen den Zeilen“ zu erkennen.

Themen, die in diesen Bereich fallen, beschäftigen sich z.B. mit Religion und Essen, Religion und Raum, Religion und Gewalt/Terrorismus, Religion und Tod oder Religion und Wirtschaft.

Religionsgeschichte

Die Religionsgeschichte umfasst – wie der Name bereits sagt – die Geschichte der Religionen. Dabei gibt es nicht die eine allumfassende Religionsgeschichte, sondern viele verschiedene Schwerpunkte, die Studierende vertiefen können. Der Bereich Religionsgeschichte ist vermutlich das, was sich viele Leute unter Religionswissenschaft allgemein vorstellen, denn hier werden die verschiedenen Religionen und ihre Strömungen genauer in den Blick genommen. Christentum, Islam und Judentum können hier genauso vertieft werden wie Buddhismus, Hinduismus, Zoroastrismus oder alte Religionen wie die griechisch-römischen Religionen oder die mesopotamischen Religionen. Derzeit bietet das CERES Kurse zu den Bereichen:

Studierende müssen selbstverständlich nicht all diese Bereiche belegen. Nach Einführungsveranstaltungen, die der besseren Übersicht dienen, vertiefen Studierende ein oder zwei Bereiche im Modul R4 (Bachelor) oder in den Modulen R11 bis R13 (Master).

In den Bereich Religionsgeschichte fällt auch die Forschungsarbeit, die jede/r Bachelorstudierende/r am CERES im Modul R4 absolvieren muss. In einem Lehrforschungsseminar (LFS) erhalten Studierende die Möglichkeit, gemeinsam mit den betreuenden Dozierenden eine Forschung auszuarbeiten, umzusetzen und diese dann zu verschriftlichen. Diese beinhaltet z. B. die Vorbereitung, Durchführung und Aufarbeitung von Interviews, Umfragen oder Beobachtungen; die Identifikation, das Studium und die Aufbereitung von Quellen oder weitere, dem Seminar entsprechende Forschungsmethoden. Diese Forschung hat einen Umfang von 10 CP (3 CP Seminar + 3 CP Forschungsdurchführung + 4 CP Verschriftlichung) und nimmt daher einen wichtigen Teil im Studium ein.

Im Master entspricht dies dem Modul SC, welches auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorbereiten soll. Je nach 1-fach oder 2-fach Master absolvieren Studierende Kurse und Forschung im Umfang von 18 CP oder 9 CP. Dabei werden Masterstudierende ermutigt, auch Kurse bei der Research School oder Konferenzen zu besuchen, die nach Absprache akkreditiert werden können.

Profilbildung

Das Studienfach Religionswissenschaft vermittelt nicht nur fachliche Grundlagen zur systematischen Erforschung von Religion in Geschichte und Gegenwart, es setzt sich auch zum Ziel, Studierende durch eine individuelle Profilbildung optimal auf die Zeit nach dem Studium vorzubereiten. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Profilbildung sollte schon früh während des Studiums geschehen, und beinhaltet zum einen die Beschäftigung und Fokussierung mit einer bestimmten Region, Zeitepoche oder mit bestimmten religiösen Traditionsgeflechten. Zum anderen aber fallen in den Bereich Profilbildung die Unterkategorien Sprache und Praktikum. Hier haben Studierende die Möglichkeit, weitere Erfahrungen zu sammeln, die für ihr individuelles Studium von Bedeutung sind. Auch wenn die Profilbildung sehr individuell ist und jede:r Studierende:r seinen eigenen Weg finden muss, geschieht dies natürlich auch in enger Betreuung mit der Studienkoordination, den Praktikumsbeauftragten sowie den Dozierenden.

Sprache

Das CERES legt großen Wert auf die bestmögliche Ausbildung. Möchte man sich auf einen kulturellen Bereich oder eine historische Epoche spezialisieren, ist es sinnvoll, sich mit den dort gesprochenen oder den dort zu findenden Quellensprachen auseinanderzusetzen. Vor allem für Studierende, die nach dem Bachelor noch einen Master am CERES studieren möchten, empfiehlt es sich, Sprachkurse zu belegen. Für das Masterstudium werden Sprachkenntnisse im Umfang von 10 CP vorausgesetzt. Diese müssen ggf. nachgeholt werden.
Das CERES bietet eine große Bandbreite verschiedener Sprachen an, welche durch Kooperationen mit anderen Instituten erweitert wird. Wählen können Studierende beispielsweise aus:

Alternativ können einige dieser Sprachkurse auch im Optionalbereich angerechnet werden.

Praktikum

Wer sich für ein Studium der Religionswissenschaft entscheidet, wird sich häufig mit der Frage konfrontiert sehen „Und was machst du dann damit?“ Denn das Studium der Religionswissenschaft führt nicht zu einem einzigen, festgelegten Beruf. Vielmehr vermittelt das Studium verschiedene Kompetenzen, die es erlauben, in den verschiedensten Berufen zu arbeiten. Studierende der Religionswissenschaft arbeiten nach ihrem Studium z. B. in Bildung (Lehramt hier nicht möglich!), Kultur, Medien, Politik oder Wirtschaft, aber auch anderen Bereiche.

Um einen möglichst guten Einblick in die beruflichen Perspektiven und einen ersten Einstieg in das Berufsleben zu erhalten, sind neben einem guten Studienabschluss und sprachlichen Kompetenzen (Englisch und weitere Fremdsprache) auch internationale Erfahrung und Praktika notwendig. Das CERES bietet aus diesem Grund jedes Semester den Kurs „Angewandte Religionswissenschaft“ (Bachelor) bzw. „Praktische Religionswissenschaft“ (Master) an, bei dem Studierende lernen, welche potentiellen Berufsfelder es gibt, wie man einen Praktikumsplatz findet und sich bewirbt und was man bei einem Berufseinstieg beachten sollte.

Zudem besteht die Möglichkeit ein Praktikum für den Optionalbereich zu absolvieren.